Ausstellungen Hundeschule Clicker-Training Dog Dance Obedience Agility Wagen ziehen Rally-Obedience Rally-DogDance" Logo Gymnastricks ...und noch mehr!

Licht und Schatten

Es ist eine große Aufgabe, eine enorme Verantwortung und ein unendlicher Vertrauensbeweis, wenn man einen Hund in seinen letzten Tagen und Stunden begleiten darf, obwohl er die Zuchtstätte schon vor einigen Jahren in die hoffnungsvollen Hände seiner neuen Besitzer verlassen hat.

Verzweifelt und „ausdiagnostiziert“ (obwohl keine eindeutige Diagnose erstellt war) wurde sie mir gebracht und ich setzte alles mir Mögliche daran, herauszufinden, ob wir der Hündin helfen konnten – ob wir eine Chance hatten.

In der Woche, in der sie wieder bei uns eingezogen ist, verbrachte ich viele Stunden gemeinsam mit ihr bei verschiedenen Tierärzten. Sie hielt alles sehr geduldig aus - alle Untersuchungen, alle Infusionen, alle Spritzen. Niemals musste sie alleine durchleben, was ich für angemessen und richtig empfand. So war ich auch immer während der vielen Stunden, da sie an der Infusion hing bei ihr, egal ob zu Hause oder bei einem Tierarzt.

So ereignete es sich, dass sie „mal wieder“ beim Tierarzt eine Infusion bekam und ich geduldig sie begleitend bei ihr saß. Meine Freundin und Tierarzthelferin brachte plötzlich einen „Katzenkorb“ zu uns in den Raum, in dem es „jammerte“. Ich fragte ob ich helfen könne, während ich meiner Hündin „Beistand leistet“. Mir wurde erklärt, dass dieser sich im Korb befindliche Hundewelpe, vor ca. 2 Std. geboren worden sei und eigentlich hätte eingeschläfert werden sollen, da er nicht richtig atmete. Der Besitzer konnte aber davon überzeugt werden, dass meine Freundin sich bis morgen seiner annimmt und ihrerseits ihr Möglichstes versucht.

Meine Freundin zeigte mir den kleinen Kerl und ich fragte, ob ich ihn wärmen solle? Kühl fühlte er sich an, aber kräftig strampelnd und jammernd. Um ihn an meinem Körper zu wärmen war er zu „quengelig“und auch zu zapelig. Deshalb versuchten wir die natürliche Körperwärme meiner Hündin zu nutzen. Das tolle Fell des Berners war ein kuscheliger Mantel für einen Kurzhaarhund. Meine Hündin schaute kurz auf, als sie bemerkte, dass da etwas „Ungewöhnliches“ an ihr herumkrabbelte. Ich zeigte ihr den Welpen, sie beschnupperte ihn und dann konnte ich ihn wieder auf sie legen. So verbrachten wir die nächsten beiden Stunden!

IMG_20161123_183504.jpg IMG_20161123_191110.jpg IMG_20161123_191119.jpg

Zwischendurch erhielt der Welpe eine kleine Mahlzeit und wurde gesäubert. Auch die Temperatur wurde regelmäßig überwacht und wir schafften es tatsächlich dem kleinen Kerl zu 2 Grad mehr Körpertemperatur zu verhelfen.

Meine Freundin nahm den Kleinen mit nach Hause und kümmerte sich alle 2 Stunden liebevoll um ihn, lies ihn nah bei sich schlafen, um ihn zu wärmen.

Am nächsten Morgen, ich musste leider wieder in die Praxis, da zu Hause die Infusion nicht mehr laufen wollte, wurde der kleine Kerl abgeholt. Es ging ihm gut! Er hat regelmäßig getrunken, sich entleert und wurde auch von seiner Hundemama wieder angenommen –
besser hätte es für den kleinen Hundemann nicht laufen können!

Noch am gleichen Tag musste ich mir leider eingestehen, dass unsere Bemühungen um meine Hündin nicht erfolgreich waren und ich lies sie, nachdem es ihr sehr schnell, sehr schlecht ging, gehen.

Manchmal liegen Licht und Schatten soooo nah beieinander, dass es kaum auszuhalten ist!

In Gedenken an eine tolle, sehr vertrauensvolle Hündin

BALI-Benedikta vom Dreiweiherhof

* 19.09.2012 + 25.11.2016

TOP Impressum
©2006 Copyright and Site-Design by CM-Design4you